Was wir wollen

Thesen zur Schulkonzeption

Die Regeln der Paulus-Schule

Redemanuskript des Schulleiters Dr. Ralf Hickethier
für die 1. Elternversammlung am 03.02.09


Auch Schüler, die sich benehmen, können kreativ sein: Gerade die.
Evangelische Mittelschule für alle ab 2009

 
  1. Unsere Welt atomisiert sich, sie entwickelt sich in den westlichen Wohlstands-gesellschaften, besonders in Deutschland hin zu einem kollektiven „Autismus“, zu einer gesellschaftlichen Sprach- und Beziehungslosigkeit. Viele Menschen wissen nicht mehr, was richtig und falsch, was gut oder schlecht ist. Als einziges Entscheidungskriterium ist geblieben: Was dient meiner persönlichen Selbstverwirklichung und Lustbefriedigung und was nicht.

  2. In dieser Lage brauchen Menschen Werte, die über ihr Ich hinausgehen, brauchen sie ein gemeinsames Drittes, das sie miteinander verbinden kann. Das ist die christliche Ethik, die die Verbindung von Selbst- und Nächstenliebe herstellt, die zum Vertrauen er-mutigt, zur Uneitelkeit, Liebe einfach anzunehmen und die zeigt, dass die größte Stärke, ganz im Gegensatz zu dem, was die Medien an jedem Tag zeigen, in der Sanftmut liegt und nicht im Übertrumpfen des anderen.

  3. Diese hohen Werte brauchen Schutz und Sicherheit. Die Beziehungen in der Schule müssen geordnet, gestaltet und geführt werden.Das ist die Voraussetzung für die Freiheit zu echten Gefühlen und zu intensiven Beziehungen. Im Chaos kann keiner echt sein. Nur Sicherheit ermutigt zur Ehrlichkeit und zur Kreativität. Gemeint ist eine Sicherheit der sozialen Orte und „Stände“, um sich von dort gefühls- und beziehungsmäßig öffnen zu können: Ein Lehrer ist nicht ein besonders groß oder alt gewordener Junge und eine Lehrerin ist nicht ein besonders groß und alt gewordenes Mädchen. Diese Nivellierung spielt sich aber in unserer Gesellschaft ab, und sie führt dazu, dass das Niveau der zwischenmenschlichen Beziehungen in den Schulen sinkt. Entmachtete Lehrer rächen sich „hintenherum“ über Zensuren und versteckte Bosheiten, die sich aber im „Ping-pong-Spiel“ mit den ungezügelten Frechheiten der Schüler mehr und mehr gegenseitig aufschaukeln; das Klima vergiftet. Das ist so wie wenn unter lauter temperamentvollen Fußball-Jungen keiner der Schiedsrichter oder Trainer sein darf, weil alle angeblich gleich sind und sich keiner über den anderen stellen soll. Dann fangen in ihrer Not auch die Lehrer an zu foulen. Jeder spielt aber in der sozialen Liga seines Alters und seiner Qualifikation, und jede Liga hat ihre Vor- und Nachteile, zu denen Schüler wie Lehrer stehen müssen. Der Machtmissbrauch durch Pädagogen, die in der Schule die führenden sozialen Positionen einnehmen, wird verhindert durch eine offene Kommunikation zwischen den Pädagogen, Schülern und Eltern, und zwar sowohl miteinander als auch untereinander. Jede Kritik ist ohne Ansehen der Person erlaubt und erwünscht, wenn sie von ihrem grundsätzlichen Stil her achtungsvoll und Würde respektierend bleibt. In einer solchen Offenheit können sich Eitelkeiten weder der Schüler, noch der Lehrer oder Eltern lange halten. Und ein Irrtum ist keine Schande, denn Fehler gehören zum Leben. Wichtig ist nur das Bemühen, aus ihnen zu lernen. Deswegen können wir uns auch offen gegenseitig zu unseren Leistungen, Stärken und Schwächen bekennen, Schüler wie Lehrer. Geheimnistuerei bei den erreichten Leistungsergebnissen, angeblich ein Schutz der Persönlichkeit, fördert in Wirklichkeit das gegenseitige Misstrauen, ein Abschotten gegeneinander, einen kollektiven Autismus. Ich z.B. habe, obwohl ich Deutschlehrer bin, zeitweilig "Aussetzer" bei der Frage, wie etwas geschrieben wird. Diese Unsicherheit werde ich gegenüber meinen Schülern nicht verheimlichen. Ich bemühe mich ehrlich und deswegen können und sollen sie mich so annehmen wie ich bin, zumal in dieser Offenheit ja gerade Stärke liegt, wenn es genug Gelegenheiten für mich gibt, meine Stärken an anderen Stellen genauso offen ehrlich unter Beweis zu stellen wie ich diese Schwäche sichtbar werden lasse.

      
  4. Kinder stehen heute im Mittelpunkt von Familien und Schulen. Das ist ein grandioses, moralisch-korrektes Missverständnis. Es macht Familien und Schulen kaputt. Wir wollen die Eltern ermutigen, selbst- und "standesbewusst" in die Mitte ihrer Familien zurückzukehren, vor allem indem wir als Lehrer das in unserer Schule so vormachen. Damit ermutigen wir die Eltern in einer Welt, die absolut unsicher und verunsichernd ist, gerade dann, wenn es um Erziehung geht. Nur wenn die Eltern und Lehrer fest und sicher im Mittelpunkt des Lebens ihrer Kinder stehen, zumindest in den Jahren bis zur Pubertät, kann ihre Liebe sonnengleich auf die Kinder ausstrahlen und sie stärken. Wir dürfen uns als Erziehende nicht zum Mond machen, das schadet den Kindern am meisten, obwohl es moralisch so korrekt daher kommt, wenn sich die Eltern / Lehrer zurücknehmen und den Mittelpunktplatz ihren Kindern überlassen. In Wirklichkeit überfordern wir sie damit rettungslos. Kinder können noch keine „Sonne“ sein; das hieße, dass sie viel geben, ihre Eltern und Lehrer „bestrahlen“ und wärmen. Das ist umgekehrt die Aufgabe der Großen und „Alten“, sie müssen den Jungen das Leben erhellen, sie erst wärmen und kräftigen, seelisch satt und sicher machen, bevor diese ihrerseits langsam zur Sonne ihres eigenen Lebens werden können. Zu dieser Rückbesinnung auf etwas Altes, das in früheren Zeiten, in denen sich die Kinder noch benehmen konnten, einmal selbstverständlich war, kommt heute und bei uns etwas Neues hinzu: Der Mut, Gefühle auszudrücken und in einer offenen Kommunikation schrittweise immer besser zu verstehen, und zwar sowohl die eigenen wie auch die der Mitmenschen, besonders der Kinder.

  5. Gemeinschaft. Eine persönliche Individualität entsteht nicht, indem wir Gemeinschaft verringern; sie entsteht im Gegenteil erst aus einer hohen Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen. Wir gehen nicht den Weg, den viele öffentliche Schulen gezwungen sind zu gehen, dass sie sich mit ihren erzieherischen und didaktischen Standards mehr und mehr den einzelnen Schülern anpassen müssen, die am rücksichtslosesten und lautesten Probleme machen. Bei uns gibt es soziale Grundstandards im Sinne von „Pflicht“, in Abgrenzung zur auch vorhandenen und gewollten „Kür“, denen sich alle anzupassen haben. Sie haben sich dahin, nach „oben“ zu bewegen, damit sich die ganze Gemeinschaft nicht nach „unten“ entwickeln muss. Allerdings hilft sie denen, die Probleme haben und machen, mit unendlicher Geduld, solange sie sich wirklich bemühen, mit eigener Anstrengung nach „vorn“ zur Gemeinschaft zu kommen. Wer sich in diesem Sinn aber dauerhaft verweigert und nicht bemüht, erntet konsequente Strafe, kein symbolisches Gelabere. Er muss praktisch und wirklich zusätzliche Leistungen erbringen zur Wiedergutmachung des angerichteten Schadens, oder er „fliegt“ letztendlich raus, wenn er das nicht kann oder will. Ein Nichtbemühen aus falsch verstandenem Humanismus zu ignorieren, schadet wie bei Suchtkranken letztendlich nicht nur der Gemeinschaft, weil sie sie in ihrer Entwicklung behindert, sondern auch dem Betroffenen selbst, weil er so lernt, dass er sich nicht bewegen muss, sondern passiv in seinem Zustand verharren kann, bis ihn die Gemeinschaft „abholt“. Dies führt zu einer Anspruchshaltung, die allen schadet, am meisten aber denjenigen, die sie aufgrund einer falschen Pädagogik entwickeln mussten. Zu unserer Auffassung von Gemeinschaft gehört auch das Angebot für die Eltern und Schüler, die dies selbst wollen, bis zum Nachmittag in der Schule zu bleiben, ein gemeinsames Mittagessen einzunehmen, gemeinsam zu ruhen (was nicht schlafen heißen muss, aber zum Rhythmus des Lebens gehört), danach die Hausaufgaben zu erledigen und dann gemeisam bei Musik, Sport und Spiel Spaß zu haben.

      
  6. Das Leben besteht aus Rhythmus: Einatmen - Ausatmen, Anspannung - Entspannung. Nicht die "goldene Mitte", flach zu atmen, ist die Lösung, sondern jedes zu seiner Zeit "richtig", das heißt intensiv und voll und ganz zu machen: Es gibt im Unterricht kurze Phasen, da ist es mucksmäuschenstill: Volle Konzentration beim Zuhören, Aufnehmen, Ab- und Aufschreiben. Vielleicht 10, 15 oder 20 Minuten, bei Klassenarbeiten auch länger, und dann wieder das kreative, offene Reden darüber, zu zweit, in Gruppen oder im ganzen Klassenverband (auch dieser Wechsel ist eine Form des Rhythmus). Und mitten im Unterricht, wenn der Geist erlahmt, fünf Minuten Bewegung im Klassenraum, auf dem Flur, in der Aula oder in der Turnhalle. Mit oder ohne Ball, gelenkt oder frei, auf jeden Fall mit Spaß. (Ich würde es allerdings nicht "toben" nennen, da wir uns ja nicht in der Psychiatrie befinden.) Nach dieser Bewegung voll und ganz ist Ruhe dran und dann wieder der Geist. Rhythmus gibt es auch im "Schwingen" zwischen Lernen und Lehren. Jeder Schüler wird sein Gebiet finden, auf dem er die Mitschüler etwas lehren kann, das muss sich nicht nur auf die Unterrichtsfächer beziehen, sondern z.B. auch auf Kochen, Gartenarbeit, Tanzen, "DJ" sein oder Fußballtrainer (Meister- und Vizemeistersystem). Das alles geht nur, wenn die Disziplin gewährleistet ist, wenn der Lehrer stark genug ist, die Klasse zu führen (s. 3.). Hier zeigt sich wieder ganz offenkundig, wie sich Freiheit, die persönliche Entfaltung, und Ordnung, hergestellt durch pädagogische Führung, bedingen.

  7. Praktisches eigenes Tun, sowohl erzieherisch im Sinne von Umgangsformen und Ritualen als auch unterrichtlich: Die Schüler sollen so viel wie möglich selbst tun, nicht nur beim kreativen Erproben von Neuem, z.B. dem gemeinsamen Zubereiten des Frühstücks, und beim Bewegen, sondern auch beim Üben (z.B. in jeder Deutschstunde Diktate zu schreiben und Texte zu lesen).

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Die Regeln der Paulus-Schule

  1. Wir — Schüler, Lehrer und Eltern — sind eine Gemeinschaft. Wir sind die Paulus-Schule. Das ist unsere Schule. Wir gehen freundlich miteinander um und helfen uns gegenseitig. Gewalt und Beleidigungen sind tabu. Besonders höflich verhalten sich die Schüler Erwachsenen gegenüber. Wir sind rücksichtsvoll zueinander.

  2. Jeder sagt ehrlich und ruhig seine eigene Meinung und zeigt seine Gefühle. Das tun wir aber mit Kultur: Wir lassen den anderen ausreden. Wir halten inne und versetzen uns in seine Lage, bevor wir weiter die eigene Meinung sagen. Bei Konflikten sucht jeder zuerst nach seinem eigenen Anteil. Wenn es darauf ankommt, gehorchen die Kinder ihren Eltern und Lehrern.

  3. Die Schüler kümmern sich selbst nach besten Kräften um den Erfolg ihres Lernens. Kein anderer als sie ist dafür verantwortlich, dass sie alles Nötige für den Unterricht bereithalten. Wenn sie etwas versäumt haben, besorgen sie sich von allein die Informationen, die sie brauchen, um es nachzuholen.

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Redemanuskript des Schulleiters Dr. Ralf Hickethier
für die 1. Elternversammlung am 03.02.09


Ich habe einen Traum: „Zusammen schaffen wir das.“

Was wollen wir schaffen?

Eine besondere Schule, in der sich Ihre Kinder besonders gut entwickeln können.

Jetzt beginnen die letzten prägenden Jahre. Bis ca. 16 Jahre ist Erziehung im Sinne von Charakteraufbau möglich.

Danach sind immer noch Veränderungen möglich. Ich z.B. bin jetzt 57 und versuche immer noch verzweifelt, mich selbst zu erziehen. Ich kämpfe gegen meine Lust, zu viel zu essen, gegen den Strom meiner Natur in dieser Hinsicht („Appetit“) und gegen den Strom jahrzehntelanger Gewohnheiten.

Bei Ihren Kindern können wir jetzt noch Gewohnheiten neu aufbauen; es ist viel leichter, etwas neu zu bilden, als etwas Verfestigtes wieder zu ändern und umzubiegen.

Es geht um den Lebenserfolg Ihrer Kinder. Es gab noch nie eine Zeit in der gesamten Menschheitsentwicklung, in der der Lebenserfolg so sehr von der eigenen Leistung, vom eigenen Willen abhing wie heute.

Vor ein paar Jahrhunderten, musste man adlig sein, um Erfolg zu haben. Begabung und Fleiß nutzten wenig; richtig nach oben konnte man damit nicht kommen, wenn man nicht „hochwohlgeboren“ war.

Dann im Kapitalismus war Geld nötig, um sich z.B. ein Studium leisten zu können; im Sozialismus musste man Arbeiter- und Bauernkind sein, um die besten Chancen zu haben. (Fairer Weise muss ich sagen, dass z.B. auch ich als Lehrerkind studieren konnte, obwohl meine Leistungen gerade so mit Mühe für die Erweiterte Oberschule, dem damaligen Gymnasium, reichten.)

Heute wird zwar in Deutschland unglaublich viel gejammert, auch darüber, dass die Geburt, der soziale Stand, für den Bildungserfolg entscheidend sei. Aber keiner hindert ein Kind einfacher Leute daran, sich in der Schule fleißig und diszipliniert zu lernen. Mit BAFÖG könnte jeder studieren, wenn er es nur wollte, auch ein Kind armer Eltern. Die Realität ist, dass das nicht wenige Kinder und ihre Eltern in Deutschland gar nicht wollen, dass sie glauben, das gar nicht nötig zu haben, weil sie auch ohne Bildungsabschluss immer über das neueste Handy und schicke Klamotten verfügen (wie auch immer ihnen das finanziell gelingt).

Das ist der ganz und gar verkehrte Weg. Wir sind uns einig, der kommt für uns gar nicht in Frage. Bildung ist entscheidend, nicht nur für materiellen Wohlstand, auch für das Glücklich- und Zufriedensein im Leben.

Für mich z.B. ist Zeitreichtum noch wichtiger als Geldreichtum. Ich möchte so viel verdienen, dass ich nicht so viel arbeiten muss und noch viel Zeit für mich, für Geistiges, Kulturelles und den Sport übrig bleibt.

Das ist jetzt allerdings vorbei, aber ich mache als Schulleiter hier etwas, was ich machen will, was für mich passt. Dann ist es doch wieder Zeit für mich, obwohl ich mehr Zeit für meine Arbeit brauche.

Was wir gern machen, machen wir gut. Diese Devise gilt auch für Ihre Kinder. Aber viele wissen gar nicht, dass sie etwas gern machen würden, wenn ihre Lehrer und Eltern nur den Mut hätten, sie konsequent dahin zu führen und nicht gleich bei jeder Unwilligkeit zurückschrecken würden. Da wäre dann der Spruch „Was wir gern machen, machen wir gut“, ganz und gar missverstanden, so wie das in den meisten Schulen der Gegenwart in Deutschland leider ist.

Meine drei Söhne z.B. haben gesehen: Der Papa ist oft zu Hause. Er verdient auch mit 30 Wochenstunden als Verkehrspsychologe so viel wie andere mit 40 Stunden und mehr.

Insofern haben sie mir geglaubt, als ich ihnen erklärt habe: Ihr müsst Euch entscheiden: Wenn Ihr jetzt in der Schule faul sein wollt, Euren Spaß an die erste Stelle setzt, weil: „Man ist ja nur einmal jung“ - dann müsst Ihr dafür danach, nach der Schule ein Leben lang sehr fleißig sein.

Ohne einen guten Schulabschluss verdient ihr maximal 10 Euro/Stunde, mit einem guten das Vielfache. Meine Söhne waren da schon 14, 15 als ich ihnen das so erklärt habe. Für 10, 11jährige Kinder wie Ihre ist das natürlich noch zu abstrakt, viel zu weit weg. Da müssen wir, die Eltern und Lehrer, dahinter stehen, den schwankenden kindlichen Willen stärken, Gewohnheiten anerziehen und Pflichtbewusstsein, Tugenden, die die Kinder von der Geißel der heutigen Zeit befreien, der heutigen Zeit wohlgemerkt in Deutschland - und die heißt: Lust. Es dreht sich alles um die Lust. Kinder lernen hier im Ernst, dass sie nur das zu machen brauchen, wozu sie Lust haben. Ich hab‘ aber keine Lust mehr! Dann seid ihr dran, die Eltern und die Pädagogen: Ihr müsst mir neue Lust organisieren. Das war wirklich die Lebensphilosophie meines Pflegesohns, die er im Kinderheim und in den verschiedenen Schulen, die er besuchte, gelernt hat. Ich hab‘ sie leider nicht mehr richtig aus seinem Kopf herausbekommen, denn natürlich merkt sich die Seele das besonders gut, was dem Trieb jedes Lebendigen, mit möglichst wenig Energieaufwand möglichst viel Lust zu erreichen, entgegenkommt. Das will sie sowieso. Diesen Impuls aus der Umwelt nimmt sie daher vollständig auf, verwertet ihn zu einhundert Prozent.

Das Gegenteil, du musst dich auch dann weiter befleißigen, wenn vorläufig immer noch nicht die große Lustbefriedigung am Horizont auftaucht, lässt sich nur viel schwerer dauerhaft in der Seele verankern. Ich wünschte, meine Eltern wären da strenger gewesen, weil ich selbst oft auch zu stimmungsabhängig, zu labil bin.

„Aber wenn mein Kind nun einmal keine Lust hat!?“ Aber wenn der Topf nun ein Loch hat, lieber Hans. Das ist eine Lebensstrategie des defensiven Hinterherlaufens hinter Stimmungen und Befindlichkeiten. Das können sich nur ganz reiche Leute leisten, die übersättigt sind. Wir sind hier in der „Ersten Welt“ reich und übersättigt, sogar dann, wenn wir Hartz 4 beziehen. Mit einer solchen Lebensmentalität kann man nur scheitern. Ich glaube wie Michael Winterhoff, dass auf diese Weise in Deutschland junge Generationen heranwachsen, die zum großen Teil den beruflichen Leistungsanforderungen gar nicht mehr gewachsen sind.

Über 40 Prozent der Asiaten schaffen in Deutschland das Abitur oder eine vergleichbare Schulleistung. Da sind sie entschieden besser als die Türken oder Araber mit 8 Prozent; sie sind sogar besser als die Deutschen bei sich selbst zu Hause. Raten Sie mal, an welcher Mentalität, an welcher Lebens- und Lernkultur das liegt. Ich habe eine Hochachtung vor der asiatischen Lernkultur, die im Übrigen stark durch das damalige deutsche Kaiserreich beeinflusst wurde, z.B. schon in bezug auf die Schuluniform der japanischen Kinder. Wir haben unsere Kultur längst vergessen. Gut, dass sie wenigstens in anderen Kulturen weiterlebt. Wahr ist wohl auch, es gibt in Japan, China, Südkorea zu viel Leistungsdruck. Aber ich denke, dass prozentual gesehen, mehr junge Menschen in Deutschland an der Schwäche und Unsicherheit ihrer Eltern und Lehrer scheitern, die sie in Alkoholismus, Drogen und Kriminalität abgleiten lassen, als dort Kinder an zu viel Leistungsorientierung. Das Ideal ist die Verbindung von Führung und Menschlichkeit, beides stark und intensiv, je nachdem, was angebracht ist - das werden wir an unserer Schule praktizieren. Führung, Disziplin und Tradition geben dem Leben eine Grundordnung und dadurch Sicherheit. Sie kann und muss mit Liebe „aufgefüllt“ werden und diese kommt dadurch erst in Form, nämlich in die einer menschlichen Kultur.

Wenn man keine Lust hat, ganz einfach, dann muss das Pflichtbewusstsein diese Durststrecke überbrücken. Erst daraus wachsen dann Spaß und Humor von einer edleren, höheren Qualität: Das ist keine oberflächliche, kurz aufflackernde Lust, die durch immer neue Attraktionen angefacht werden muss, sondern das sind Spaß und Zufriedenheit, die aus der Leistung entstehen, aus dem Durchhalten.

Wenn Kinder tiefer in einen Stoff eindringen, der für sie erst einmal gar nicht attraktiv ist - z.B. ein Gedicht von Goethe, das heute die wenigsten 11-Jährigen vom Hocker haut - , wenn sie tiefer darin eindringen, einfach weil sie es müssen, weil das ihre Pflicht als Schüler ist, dann und nur dann haben sie die große Chance zu begreifen, wie interessant und aufregend dieses Gedicht in Wirklichkeit auch für sie ist.

Die Motivation kommt aus dem beginnenden Verstehen und nicht aus irgendwelchen oberflächlichen Attraktionen, und sie kommt auch aus der Anerkennung durch ihre Lehrer und Eltern: Super, du hast das durchgehalten, obwohl Goethe wirklich nicht so leicht ist oder obwohl die 1000 Meter wirklich nicht so leicht zu laufen sind.

Wir alle sind Beziehungsmenschen, wir alle wollen geliebt werden - ich z.B. jetzt auch von Ihnen, Ihre Ablehnung würde mich sehr traurig machen. Kinder sind noch viel mehr auf diese Liebe angewiesen und wenn sie sowieso geliebt werden, eine sichere Basisliebe bekommen, von den Eltern einfach dafür, dass es ihre Kinder sind und von den Lehrern einfach dafür, dass es ihre Schüler sind - wenn dieser Grundstock sicher ist, ist auch gar nichts Böses oder Schlimmes dabei, wenn sich die Kinder Zusatzliebe durch Leistung verdienen, wobei mir ein ehrliches, ausdauerndes Bemühen um Leistung reicht.

Es muss nicht klappen, es kann sein, dass sie etwas partout nicht verstehen oder können, aber das ehrliche Kämpfen darum verlange ich und erwarte ich.

Und da sollten wir uns unbedingt einig sein, dass sollten auch Sie erwarten und verlangen. „Gib nicht auf! Du schaffst das!“ Die haltende Führung und Struktur wäre dann z.B.: „Du darfst dreimal eine Arbeitsgemeinschaft erproben, und es muss auch mindestens dreimal sein, danach musst du dich für ein halbes Jahr entscheiden. Du darfst dann nicht einfach mittendrin aussteigen.“ Wenn uns das allen klar ist und selbstverständlich wird, gibt uns das Sicherheit und Ruhe für unseren Schulbetrieb, wir sind nicht mehr Sklaven unserer Gelüste, wir können Schwachstellen überbrücken und so lernen, dass etwas gut ist, obwohl wir es selbst zeitweilig nicht mehr wollten.

Zur Liebe gehört ganz direkt das Vertrauen. Ich bin ein junger Christ, erst im Jahr 2000 aufgrund einer Beziehungskrise dazu gekommen. Aber was ich von Gott und Jesus Christus verstanden habe, ist: Wir alle können und sollen Gott vertrauen, mehr will er gar nicht, er will keine Heldentaten, keine lupenreinen Moralapostel, er will Vertrauen und Dankbarkeit, dass wir uns als seine Kinder sehen können, nicht auf einer Augenhöhe mit ihm, sondern von ihm geführt und beschützt.

Ich weiß nicht, ob Sie auch in diese Richtung denken, das ist auch keine Voraussetzung für die Aufnahme Ihrer Kinder an unserer Schule. Aber auf das irdische Eltern-Kind-Verhältnis übertragen, sollten Sie so denken: Sie führen und schützen Ihre Kinder, auf eine direkte Weise zumindest bis zur Pubertät. Und wir, die Lehrer, tun das auch. Sie tun es primär, denn die Erziehung ist das vornehme Recht und die Pflicht der Eltern, aber dann kommen die Lehrer, vor allem bezogen auf das Lernen - wir führen das Lernen Ihrer Kinder -, aber nach Ihnen an zweiter Stelle auch in bezug auf die Charaktererziehung, denn gut lernen können Menschen nur, wenn sie dabei charakterliche Tugenden wie Respekt gegenüber den älteren Generationen, Pflichtbewusstsein, Ausdauer und Aufmerksamkeit ausbilden.

Können Sie mir vertrauen?

Wir werden zum Wohl Ihrer Kinder nur gut zusammenarbeiten, wenn wir uns gegenseitig vertrauen. Ich bin überzeugt, Ihre Kinder werden an unserer Schule weit überdurchschnittliche Lernerfolge erreichen, weil wir alle wie eine große Familie sind, weil Großherzigkeit in der Luft liegt. Das können wir uns aber nur leisten, das verkommt nicht zu einer Lari-fari-Stimmung, weil wir alle zusammen Wert auf Disziplin und das Bemühen legen, von dem ich vorhin gesprochen habe.

Und Sie profitieren davon ja auch, die Erziehung in der Schule und in der Familie schaukeln sich gegenseitig positiv auf. Wenn wir gemeinsam den Wert vertreten: Erst die Pflicht und dann der Spaß, dann werden auch Sie zu Hause nicht mehr so kämpfen müssen, dann ist es selbstverständlich, dass erst die Haushaltspflichten erledigt werden, bevor das persönliche Vergnügen dran kommt. (Hausaufgaben können die Kinder, deren Eltern das wollen, ja schon in der Schule erledigen.)

Und Sie müssen da gar kein schlechtes Gewissen haben, von wegen: Ich beute meine Kinder aus. Das Verrückte ist, dass das Nützliche zugleich das erzieherisch Wertvolle ist: Du hast zuerst den Geschirrspüler auszuräumen, den Mülleimer raus zu bringen, das Papier im Container zu entsorgen, den Flur zu saugen - oder was immer festgelegt wurde - das entlastet die Mutter, sie ist entspannter, meckert weniger rum, hat dann mehr Zeit für dich, und es ist erzieherisch zugleich so wertvoll:

Ich muss erst ordentlich zu Ende machen, was mir aufgetragen wurde, bevor ich mich dem zuwenden darf, was ich selbst gern will. Genau das müssen die Kinder im Unterricht lernen, und sie werden es lernen, wodurch wir uns gegenseitig bestärken und vor allem die Kinder stärken: Sie stehen vor anstrengenden Herausforderungen nicht bedeppert da, sondern sie haben immer wieder gelernt, aufschieben und ausweichen bringt nichts, ich muss es sowieso tun, dann pack‘ ich‘s doch gleich an.

Und ich habe ja auch immer wieder erlebt, dass ich es schaffen werde mit Hilfe meiner Lehrer und Eltern, auch wenn es mir vorher schien wie ein riesengroßer Berg, über den ich nicht hinwegkomme.

Diese Haltung ist im Übrigen die Erklärung dafür, dass es in vorhergehenden Generationen viel weniger Erziehungsprobleme gab als heute und das obwohl damalige Eltern kaum ein Buch über Erziehung gelesen haben.

Regeln für die Schule,

über die wir uns einig werden müssen. Wir wollen hier klar und ehrlich sein: die Zustimmung der Eltern, nach Änderungen, die sich jetzt vielleicht aus der Diskussion ergeben, ist Vorraussetzung für die Aufnahme als Schüler.

Da verzichte ich lieber auf den einen oder anderen Schüler als dass wir uns hier nicht wirklich einig sind. Wir machen ein klares Angebot, Sie müssen überprüfen, ob Sie es annehmen wollen. Es gibt auch andere Schulkonzepte. Und das ist auch gut so - wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Unser fundamentaler Grundsatz jedenfalls ist: Die Interessen der ganzen Gemeinschaft kommen immer vor den speziellen Bedürfnissen des Einzelnen, aber gerade erst dadurch ist sie - die Gemeinschaft - in der Lage, jedem Einzelnen bei seiner persönlichen Entwicklung zu helfen - Halt, Orientierung und Inspiration zu geben.

Wir sind nicht irgendeine Schule, sondern eine besondere. Wer bei uns mitmacht, kann nicht den üblichen Zeitgeist erwarten. Wir gehen unserer Zeit nicht hinterher, sondern ihr voran, so wie das auch die Eltern und Lehrer mit den Kindern machen sollen.

Und die sogenannten „alten Tugenden“, das zeigt uns ganz deutlich auch Barack Obama, der über jeden Zweifel erhaben ist, ein Reaktionär zu sein, nämlich: gutes Benehmen und Respekt, Fleiß und Pflichtbewusstsein, Aufmerksamkeit und Ausdauer und auch nicht zu vergessen: Patriotismus (die deutsche Flagge und die Fahne der Schule werden auf dem Dach des Gebäudes flattern), sind die Zukunft.

Wenn wir sichern, dass nur die Eltern ihre Kinder hier anmelden, die diese Erziehungsziele wirklich teilen, wobei wir alle wissen, es ist ein langer Weg dorthin - dann werden wir den Traum, von dem ich oben gesprochen habe, verwirklichen:

Wir schaffen das zusammen.

Wir sind eine große Familie

1. Wir gehen freundlich und respektvoll miteinander um. Bei Meinungsverschiedenheiten gehen wir immer davon aus, dass der andere Recht haben könnte. Das gilt für Lehrer, Schüler und Eltern. Die Kinder erweisen ihren Eltern und Lehrern die Ehre: Sie grüßen die Lehrer freundlich zuerst, diese antworten ebenso; die Schüler stehen auf, wenn der Lehrer in die Klasse kommt oder sie anspricht.

2. Wir können über alles reden und diskutieren. Der Lehrer entscheidet, ob dafür im Unterricht Platz ist oder ob dies nach dem Unterricht geschehen soll. Die Kinder gehorchen ihren Eltern und Lehrern.

3. Ist ein Schüler oder sind seine Eltern mit einer Anweisung oder Entscheidung eines Lehrers nicht einverstanden, kann er / können sie nach dem Unterricht jederzeit mit dem betreffenden Lehrer, dem Schulleiter oder seinem Vize reden. Die Eltern können den wöchentlichen pädagogischen Stammtisch besuchen oder auf andere Art unkompliziert Kontakt aufnehmen. Führt dies trotzdem zu keiner Lösung, haben Eltern oder Schüler das selbstverständliche Recht, den „Rat der Weisen“ anzurufen. Konflikte sind normal und die Konfliktklärung läuft in Ruhe ab, ohne dass der betroffene Schüler auch nur die geringsten Nachteile befürchten muss. Der „Rat der Weisen“ wird vom Schulleiter, seinem Vize oder dem Pfarrer der Gemeinde geleitet. (Dies sind sozusagen seine „ständigen“, nicht gewählten Mitglieder; jeweils zwei von diesen dreien nehmen an einer Sitzung des Rates teil.) Ihm gehören weiter ein Lehrer, ein Schüler und ein Elternteil an. Diese drei Personen werden geheim von allen Schulangehörigen (Lehrern, Schülern, Eltern) gewählt. Der Schüler selbst soll mit Hilfe seiner Eltern seine „Klage“ genau begründen, sie mit eigener Hand stichpunktartig formulieren, und dabei von vornherein die eigenen Anteile, die zum Konflikt geführt haben können, berücksichtigen. Die Form muss angemessen sein, aber Korrekturen im Text sind ohne Weiteres möglich, wenn sie ordentlich vorgenommen wurden. Der Rat trifft unter seinen fünf Mitgliedern eine Mehrheitsentscheidung. Sie ist endgültig. Die Tagungen des Rates sind in aller Regel öffentlich; jeder Schüler, Lehrer oder Elternteil, der das möchte, kann an ihnen als Zuschauer teilnehmen, sofern der Platz im Beratungsraum reicht.

4. Schüler, die sich auch nach mehrfachen Ermahnungen nicht an die Schulregeln halten, werden im Interesse des effektiven Lernens aller anderen Kinder aus dem Unterricht in das Zimmer des Schulleiters verwiesen. Sie schreiben dort die verletzte Regel aus dem Gedächtnis in einer ordentlichen Form auf, nachdem sie sich sie vorher beliebig lange durchlesen durften. Dann erhalten sie Gelegenheit, sich zu rechtfertigen (gegebenenfalls zunächst schriftlich), warum es ihnen nicht gelingt, sich an Regeln zu halten, die sie selbst mit beschlossen haben. In Abhängigkeit davon, wie ehrlich dieses Bemühen war, kann der Schulleiter, sein Vize oder der Pfarrer eine zusätzliche schriftliche Stellungnahme verlangen oder dass die betroffene Regel bis zu 10 Mal, gegebenenfalls verteilt auf mehrere Tage, nochmals aufgeschrieben werden muss. Den versäumten Unterricht, einschließlich der Hausaufgaben, haben die des Unterrichts verwiesenen Schüler am gleichen Nachmittag und eventuell an den folgenden Nachmittagen in der Schule nachzuholen. Die Eltern werden davon informiert und quittieren eventuell auferlegte Strafarbeiten (Regeln nochmals aufzuschreiben, schriftliche Stellungnahme) mit ihrer Unterschrift. Sie sorgen mit den Lehrern zusammen für eine angemessene Form, wobei Schreibfehler menschlich sind. Es kommt allein darauf an, sie ordentlich zu korrigieren.

Schwillt Ihnen jetzt vielleicht doch der Kamm, wenn Sie das hören/lesen? Vertrauen Sie mir immer noch oder haben Sie Angst, dass Sie Ihr Kind einer zu großen Lehrermacht ausliefern?

Bitte verstehen Sie mich:

Ich mag freche, vitale Kinder, die auch mal einen Schritt zu weit gehen - das ist einfach ihre junge, kindlich-„wilde“ Natur. Das ist dann gut, das können wir alle dann mögen, wenn ihr eine ebenso starke elterliche Kultur gegenübersteht, die kindlichen Sprunghaftigkeiten Rahmen und Halt gibt. Das braucht sich beides, das gehört zusammen: Junge, spontane Unbedarftheit und kluge Führung und Erziehung. Und sind die Eltern und Lehrer wirklich stark, können sie auch Ausnahmen zulassen, müssen sie nicht unentwegt erziehen; sie können es dann auch einfach mal laufen lassen, gerade weil sie die Kraft und die Macht haben, ein zeitweiliges Chaos schnell wieder in die Ordnung zurückzuführen.

Wir brauchen eine offensive pädagogische Position, und zwar gerade im Interesse Ihrer Kinder. Ihren Unarten hinterher zu laufen und sie nicht von vornherein entschlossen zu stoppen, macht alles nur noch schlimmer und schwerer. Wir brauchen für das Lernen eine klare Kultur, die wir auch durchsetzen. Die Erziehung und Bildung in Deutschland krankt nicht an zu wenigen Regeln, sondern an zu vielen, die jahrelang nicht durchgesetzt wurden.

Etwas Falsches einzurenken geht nicht langsam. Das muss kurz und entschlossen passieren, dann ist es viel weniger schmerzhaft als bei einer ewigen Herumeierei. Erziehung kann so leicht und beglückend für alle (Eltern, die Kinder selbst und Lehrer) sein, wenn sich die Eltern und Lehrer nur einig sind - im Großen und Ganzen, bei Kleinigkeiten wird es immer Meinungsverschiedenheiten geben. Allerdings zeigt sich das Große und Ganze oft gerade in den Kleinigkeiten des Alltags (? Erziehungspartnerschaft), so dass wir auch hier unsere Fähigkeiten, uns gegenseitig zu verstehen und zu respektieren, über die Jahre entwickeln können und müssen. Das ist für die Kinder zugleich eine sehr gute Übung für den zukünftigen, beruflichen „Ernst des Lebens“.

Wir müssen und können miteinander reden, freundlich und zuhörend. Jetzt und ab Schulbeginn. Ich bin an jedem Tag, an dem ich in der Schule bin (vorläufig von Dienstag bis Donnerstag), nach dem Unterricht für Sie da.

Ich bin zuversichtlich, Optimist sowieso: Allein, wenn Sie heute Abend oder morgen Ihren Kindern über diese Regeln und unsere Konsequenz erzählen und ihnen sagen, dass Sie voll dahinter stehen wie auch wir hinter Ihnen - allein das ist schon so wohltuend, hilfreich und erleichternd. Es gibt uns gegenseitig einen enormen Rückhalt, sowohl für ein gutes Schulklima wie für ein gutes Familienklima. Ihre Kinder werden sich zwar ein wenig fürchten vor dem August, sie werden von vornherein Respekt haben vor einer solchen Schule und zugleich aber auch stolz darauf sein: „Ich habe starke Eltern und Lehrer, die verstehen Spaß, aber die können sich auch durchsetzen“. Die deutsche Sprache hat ein schönes Wort für diese Widersprüchlichkeit einer stolzen, positiven Furcht: „Ehrfurcht“. Sie fördert sehr das Lernen.

Ich freue mich auf Ihre Kinder, die mir von vornherein mit Respekt begegnen und mir so als sensiblem Menschen die Chance geben werden, mich zu entfalten, mich aus mir herauszutrauen als Mensch und Lehrer. So kann ich dann als eigentlich schüchterner Mensch die anderen schüchternen Menschen in der Klasse erst richtig beschützen. Die Sensiblen, egal ob Schüler oder Lehrer, brauchen den Vorschussrespekt der Lauten und „Wilden“, damit sie sich den konkreten, auf ihre Persönlichkeit bezogenen Respekt in Ruhe erarbeiten können.

Sie sehen, ich habe Visionen wie Barack Obama. Lassen Sie mich deswegen sagen wie er

Gott segne unsere Schule, die Paulus-Schule

Gott segne die Bundesrepublik Deutschland.

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